Veröffentlicht am 04.07.2026
Durchfall beim Hund ist ein häufiges Symptom und keine eigenständige Erkrankung. Der Kot ist dabei weicher, ungeformt oder wässrig, manchmal mit Schleim, Blutbeimengungen oder auffälligem Geruch. Entscheidend sind Dauer, Allgemeinzustand, Begleitsymptome und mögliche Auslöser. Während kurzzeitige Verdauungsstörungen oft harmlos verlaufen, können Infektionen, Parasiten, Futterunverträglichkeiten oder organische Erkrankungen dahinterstehen.
Häufige Ursachen
Akuter Durchfall entsteht oft durch Futterwechsel, verdorbene Nahrung, Stress, Aufnahme ungeeigneter Gegenstände oder zu große Mengen ungewohnter Leckerchen. Auch bakterielle oder virale Infektionen, Wurmbefall, Giardien und Nebenwirkungen von Medikamenten kommen infrage. Chronischer oder wiederkehrender Durchfall kann auf Futtermittelunverträglichkeiten, Entzündungen des Darms, Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse, Leber oder Stoffwechsel hinweisen.
Warnzeichen richtig erkennen
Tierärztliche Abklärung ist notwendig, wenn Durchfall länger als 24 bis 48 Stunden anhält, Blut sichtbar ist, wiederholtes Erbrechen auftritt oder der Hund matt wirkt. Welpen, alte Hunde, trächtige Hündinnen und Tiere mit Vorerkrankungen sollten besonders früh vorgestellt werden. Kritisch sind außerdem Fieber, starke Bauchschmerzen, blasse Schleimhäute, Austrocknung, schwarzer Kot oder sehr häufiger wässriger Absatz.
Fütterung und Flüssigkeit
Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein, da Durchfall schnell zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten führen kann. Bei erwachsenen, sonst stabilen Hunden kann eine kurze Futterpause sinnvoll sein, anschließend wird leicht verdauliche Kost in kleinen Portionen angeboten. Geeignet sind tierärztlich empfohlene Schonkost oder spezielle Diätfuttermittel. Eigenständige Gabe von Humanmedikamenten ist zu vermeiden, da manche Wirkstoffe für Hunde gefährlich sein können.
Hygiene im Haushalt
Mehrhundehaushalte und Zuchten sollten bei Durchfall besonders auf Hygiene achten. Kot ist sofort zu entfernen, Liegeflächen werden gereinigt, Näpfe separat gespült. Bei Verdacht auf Parasiten oder ansteckende Erreger ist eine Kotuntersuchung sinnvoll. Bis zur Klärung sollte enger Kontakt zu empfindlichen Tieren eingeschränkt werden.
Kotprobe und Diagnose
Eine frische Kotprobe unterstützt die Diagnose. Bei wiederkehrendem Durchfall sind Sammelproben über mehrere Tage hilfreich, weil Parasiten nicht immer gleichmäßig ausgeschieden werden. Die Untersuchung kann Hinweise auf Würmer, Giardien, Blut, Entzündungszeichen oder Verdauungsstörungen liefern. Je nach Befund folgen Blutuntersuchung, Ultraschall, Futterausschlussdiät oder weitere Tests.
Wichtig: Durchfall sollte nicht nur nach Kotkonsistenz beurteilt werden. Allgemeinbefinden, Trinkverhalten, Futteraufnahme, Schmerzen und Dauer sind für die Einschätzung entscheidend.
Vorbeugung im Alltag
Ein stabiler Fütterungsplan, langsame Futterumstellungen, kontrollierte Leckerchengaben und Schutz vor Abfällen reduzieren das Risiko. Regelmäßige Parasitenkontrolle, Impfmanagement und saubere Näpfe tragen ebenfalls zur Darmgesundheit bei. Bei empfindlichen Hunden ist ein Ernährungstagebuch hilfreich, um Auslöser systematisch zu erkennen.