Bernhardiner

Der Bernhardiner zählt zu den bekanntesten und größten Hunderassen der Welt. Sein ruhiges Wesen, seine enge Bindung an den Menschen und sein imposantes Erscheinungsbild machen ihn zu einem beliebten Familienhund für erfahrene Halter mit ausreichend Platz. Ursprünglich wurde die Rasse als Arbeits- und Rettungshund gezüchtet. Heute steht sie vor allem für Gelassenheit, Freundlichkeit und eine hohe soziale Verträglichkeit. Aufgrund seiner Größe und seines Körpergewichts stellt der Bernhardiner jedoch besondere Anforderungen an Haltung, Ernährung und Gesundheitsvorsorge.

Großer Bernhardiner mit weiß-braunem Fell steht aufmerksam auf einer grünen Bergwiese vor alpiner Landschaft
Ein Bernhardiner in alpiner Umgebung – die FCI-Hunderasse Bernhardiner ist für ihre imposante Erscheinung und ihr ruhiges Wesen bekannt.

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte des Bernhardiners ist eng mit dem Hospiz auf dem Großen St. Bernhard-Pass zwischen der Schweiz und Italien verbunden. Dort wurden die Hunde über viele Generationen als Wach-, Begleit- und Arbeitshunde gehalten. Besonders bekannt wurden sie durch ihren Einsatz bei der Suche nach verirrten oder verschütteten Reisenden im Gebirge. Dank ihres guten Orientierungssinns, ihrer Ausdauer und ihrer Belastbarkeit konnten sie zahlreiche Menschen retten.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus diesen Arbeitshunden die heutige Rasse, die weltweit als zuverlässiger Familien- und Begleithund geschätzt wird. Das charakteristische Erscheinungsbild mit kräftigem Körperbau und markanter Kopfzeichnung entstand durch gezielte Zucht.

Aussehen

Der Bernhardiner gehört zu den größten Hunderassen. Rüden erreichen häufig eine Schulterhöhe von über 70 Zentimetern und ein Körpergewicht von deutlich mehr als 70 Kilogramm. Hündinnen sind etwas kleiner, wirken jedoch ebenso kräftig und harmonisch gebaut.

Merkmal Beschreibung
Größe Sehr groß und kräftig
Gewicht Häufig zwischen 55 und 90 kg, teilweise darüber
Fell Kurzhaar oder Langhaar
Farbe Weiß mit rotbraunen Platten oder Mantelzeichnung sowie dunkler Gesichtsmaske
Körperbau Massiv, muskulös und ausgewogen

Wesen und Charakter

Der Bernhardiner gilt als ausgesprochen gelassen, freundlich und menschenbezogen. Er entwickelt häufig eine enge Bindung zu seiner Familie und zeigt sich Kindern gegenüber meist geduldig und umsichtig. Trotz seiner beeindruckenden Größe besitzt er in der Regel ein ruhiges Temperament und verhält sich im Alltag ausgeglichen.

Zu seinen typischen Eigenschaften gehören:

  • ruhiges und souveränes Auftreten
  • hohe Familienorientierung
  • freundlicher Umgang mit vertrauten Menschen
  • aufmerksames, aber meist wenig aggressives Wachverhalten
  • gute Lernfähigkeit bei konsequenter, ruhiger Erziehung

Bereits im Welpenalter sollte aufgrund der späteren Körpergröße besonderer Wert auf eine gute Sozialisierung und eine zuverlässige Grunderziehung gelegt werden.

Hinweis: Ein ausgewachsener Bernhardiner entwickelt enorme Körperkraft. Eine frühzeitige Erziehung erleichtert den sicheren Alltag erheblich und fördert ein entspanntes Zusammenleben.

Haltung und Beschäftigung

Der Bernhardiner benötigt ausreichend Platz und eignet sich nur bedingt für kleine Wohnungen oder das Leben in engen Stadtverhältnissen. Ideal ist ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten, wobei der Hund dennoch engen Familienanschluss benötigt und nicht dauerhaft im Freien gehalten werden sollte.

Sein Bewegungsbedarf ist moderat. Lange Wanderungen bei großer Hitze oder intensive sportliche Belastungen sind aufgrund seiner Körpermasse ungeeignet. Stattdessen profitieren Bernhardiner von regelmäßigen Spaziergängen und ruhigen Beschäftigungen, die Körper und Geist gleichermaßen ansprechen.

Pflege

Die Fellpflege richtet sich nach der jeweiligen Fellvariante. Kurzhaarige Tiere benötigen weniger Pflege als langhaarige Vertreter, dennoch sollte das Fell regelmäßig gebürstet werden. Während des Fellwechsels fällt deutlich mehr Unterwolle an.

Zur regelmäßigen Pflege gehören außerdem:

  • Kontrolle von Ohren und Augen
  • Pflege der Pfoten und Krallen
  • Reinigung der Lefzen bei stärkerem Speichelfluss
  • regelmäßige Zahnpflege

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung trägt wesentlich zur Gesundheit des Bernhardiners bei. Aufgrund seines schnellen Wachstums im Junghundealter sollte besonders auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und Nährstoffen geachtet werden. Übergewicht belastet Gelenke und Herz-Kreislauf-System zusätzlich und sollte konsequent vermieden werden.

Gesundheit

Wie viele große Hunderassen kann auch der Bernhardiner für bestimmte Erkrankungen anfällig sein. Eine verantwortungsvolle Zucht, regelmäßige tierärztliche Kontrollen und ein angemessenes Körpergewicht tragen dazu bei, gesundheitliche Risiken zu reduzieren.

Mögliche gesundheitliche Themen sind unter anderem:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellbogendysplasie
  • Magendrehung
  • Herzerkrankungen
  • Gelenkverschleiß im höheren Alter

Auch Hitze verträgt der Bernhardiner aufgrund seiner Größe und seines dichten Fells nur eingeschränkt. Im Sommer sollten ausreichend Schatten, frisches Wasser und kühlere Bewegungszeiten selbstverständlich sein.

Eignung als Familienhund

Der Bernhardiner eignet sich hervorragend für Menschen, die ausreichend Platz, Zeit und Erfahrung im Umgang mit großen Hunden mitbringen. Seine freundliche Art macht ihn zu einem angenehmen Begleiter im Familienalltag. Gleichzeitig sollten sich Halter der Verantwortung bewusst sein, die mit einem Hund dieser Größe verbunden ist – angefangen bei den laufenden Kosten bis hin zu Transport, Pflege und tierärztlicher Versorgung.

Mit einer artgerechten Haltung, liebevoller Konsequenz und guter Gesundheitsvorsorge entwickelt sich der Bernhardiner zu einem zuverlässigen, ausgeglichenen und treuen Begleiter über viele Jahre.