Trimmen
Trimmen ist eine spezielle Pflegemethode für Hunde mit drahtigem Fell. Dabei werden abgestorbene Haare per Hand oder mit speziellen Werkzeugen aus dem Fell gezupft. Ziel ist es, die natürliche Fellstruktur zu erhalten, die Haut zu entlasten und dem Hund ein gesundes, funktionales Haarkleid zu ermöglichen.
Trimmen – Handarbeit für gesundes Fell und natürliche Struktur.
Was bedeutet Trimmen beim Hund?
Beim Trimmen werden lose, abgestorbene Deckhaare entfernt, die von selbst nicht mehr ausfallen. Anders als beim Scheren oder Schneiden wird das Haar nicht gekürzt, sondern vollständig herausgezogen. Dies klingt für viele ungewohnt, ist für den Hund jedoch schmerzfrei, sofern das Fell „reif“ ist.
Das Trimmen ahmt den natürlichen Fellwechsel drahthaariger Hunde nach, der durch Zucht oft nicht mehr vollständig selbstständig erfolgt.
Welche Hunde müssen getrimmt werden?
Trimmen ist vor allem bei Hunden mit drahtigem Fell notwendig. Dazu gehören unter anderem:
- Zwergschnauzer, Mittelschnauzer, Riesenschnauzer,
- Airedale Terrier,
- viele Terrierarten (z. B. Foxterrier, Border Terrier),
- rauhaarige Dackel.
Diese Hunde besitzen ein zweischichtiges Fell aus weicher Unterwolle und hartem Deckhaar. Wird dieses Fell geschoren statt getrimmt, verliert es seine Schutzfunktion und verändert dauerhaft Struktur und Farbe.
Trimmen vs. Scheren – der Unterschied
Viele Halter verwechseln Trimmen mit Scheren. Dabei gibt es entscheidende Unterschiede:
| Methode | Auswirkung auf das Fell | Geeignet für |
|---|---|---|
| Trimmen | Erhält harte Fellstruktur, natürliche Farbe | Drahthaarige Hunde |
| Scheren | Fell wird weich, stumpf, kann verfärben | Langhaarige oder weiche Felltypen |
| Schneiden | Kürzt Fell, beeinflusst Struktur kaum | Feinere Anpassungen |
Ein einmal geschorenes drahthaariges Fell kann dauerhaft weich bleiben und verliert seine schützenden Eigenschaften.
Warum ist Trimmen wichtig?
Regelmäßiges Trimmen bietet mehrere Vorteile:
- Gesunde Haut: abgestorbene Haare blockieren die Hautatmung nicht.
- Weniger Juckreiz: alte Haare verursachen häufig Hautreizungen.
- Natürlicher Wetterschutz: hartes Deckhaar schützt vor Nässe und Schmutz.
- Sauberes Erscheinungsbild: typische Rasseoptik bleibt erhalten.
- Weniger Haaren: getrimmte Hunde verlieren deutlich weniger Fell.
Wie oft sollte getrimmt werden?
Die Häufigkeit hängt von Rasse, Fellzustand und gewünschter Optik ab. Üblich sind:
- alle 8–12 Wochen vollständiges Trimmen,
- zwischendurch Teiltrimmen (z. B. Rücken, Hals),
- regelmäßiges Bürsten zur Unterstützung.
Viele Halter arbeiten mit sogenanntem Rolling Coat – dabei wird das Fell regelmäßig in kleinen Portionen getrimmt, sodass der Hund dauerhaft gepflegt aussieht.
Selbst trimmen oder zum Hundefriseur?
Trimmen erfordert Übung, Geduld und das richtige Werkzeug. Anfänger sollten sich zunächst von einem erfahrenen Hundefriseur oder Züchter anleiten lassen. Fehler beim Trimmen sind zwar selten schmerzhaft, können aber das Fellbild beeinträchtigen.
Professionelle Hundefriseure erkennen, wann das Fell „reif“ ist und trimmen rassespezifisch korrekt – besonders wichtig bei Ausstellungen oder empfindlicher Haut.
Werkzeuge zum Trimmen
- Trimmmesser (verschiedene Stärken),
- Trimmpuder für besseren Halt,
- Fingerlinge oder Gummifinger,
- Bürste und Kamm zur Vorbereitung.
Wichtig: Das Trimmmesser dient nicht zum Schneiden, sondern nur zum Festhalten der Haare.
Getrimmte Hunde riechen oft weniger „nach Hund“, da abgestorbene Haare und Hautschuppen regelmäßig entfernt werden.