Wolfsspitz
Der Wolfsspitz ist ein mittelgroßer, robuster Spitzhund mit auffälligem grauem Fell und wachem Ausdruck. Er gilt als besonders familienbezogen, aufmerksam und nervenstark. International ist der Wolfsspitz unter dem Namen Keeshond bekannt, wobei es sich um dieselbe Rasse handelt. Seine Nähe zum Menschen und sein ausgeprägter Wachinstinkt machen ihn zu einem zuverlässigen Begleit- und Familienhund.
Ein Wolfsspitz (Keeshond) im Freien – aufmerksam, familienbezogen und mit typisch wolfsähnlichem Fell.
Herkunft und Geschichte
Der Wolfsspitz zählt zu den ältesten Hunderassen Europas. Seine Vorfahren lebten bereits in der Steinzeit und begleiteten den Menschen als Wach- und Hofhunde. Besonders in Deutschland und den Niederlanden wurde der Wolfsspitz über Jahrhunderte hinweg gezielt erhalten.
In den Niederlanden erlangte die Rasse im 18. Jahrhundert große Bekanntheit und wurde dort als Symbolhund einer politischen Bewegung populär. Aus diesem historischen Zusammenhang entwickelte sich der Name Keeshond, der bis heute vor allem im englischsprachigen Raum gebräuchlich ist.
Wolfsspitz und Keeshond – derselbe Hund
Der Wolfsspitz und der Keeshond sind keine unterschiedlichen Rassen, sondern zwei Bezeichnungen für denselben Hund:
- Wolfsspitz: offizielle Bezeichnung im deutschsprachigen Raum.
- Keeshond: internationale Bezeichnung, vor allem in den USA, Großbritannien und den Niederlanden.
Unterschiede bestehen nicht im Wesen oder im Erscheinungsbild, sondern lediglich in der Namensgebung.
Charakter und Wesen
Wolfsspitze sind aufmerksam, freundlich und menschenbezogen. Sie gelten als sehr sozial innerhalb ihrer Familie und zeigen eine starke Bindung zu ihren Bezugspersonen. Fremden gegenüber sind sie wachsam, ohne aggressiv zu reagieren.
Typische Wesenszüge sind:
- ausgeprägter Wach- und Meldeinstinkt,
- hohe Nervensicherheit,
- starke Familienorientierung,
- geringe Jagdleidenschaft,
- gute Anpassungsfähigkeit an den Alltag.
Rassemerkmale des Wolfsspitzes
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Größe | 43–55 cm Schulterhöhe |
| Gewicht | 25–30 kg |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre |
| Fell | Sehr dichtes Doppelfell, grau mit schwarzer Wolkung |
| Besonderheiten | „Brillenzeichnung“ um die Augen, üppige Halskrause |
Haltung und Beschäftigung
Der Wolfsspitz ist kein Hochleistungshund, benötigt jedoch regelmäßige Bewegung und geistige Beschäftigung. Er eignet sich gut für Menschen, die viel Zeit mit ihrem Hund verbringen, ohne intensiven Hundesport betreiben zu wollen.
Geeignete Aktivitäten sind:
- ausgedehnte Spaziergänge,
- Grundgehorsam und Alltagstraining,
- Nasenarbeit und Suchspiele,
- moderates Tricktraining.
Durch seine enge Bindung an die Familie bleibt der Wolfsspitz ungern lange allein.
Pflege und Fellmanagement
Das dichte Doppelfell des Wolfsspitzes benötigt regelmäßige Pflege. Trotz der Fellmenge ist das Haarkleid relativ pflegeleicht, da es schmutzabweisend ist.
Wichtige Pflegepunkte:
- gründliches Bürsten ein- bis zweimal pro Woche,
- während des Fellwechsels häufigere Pflege,
- keine Schur – sie schädigt die Fellstruktur.
Gesundheit
Der Wolfsspitz gilt als sehr robuste und langlebige Rasse. Rassetypische Erkrankungen treten vergleichsweise selten auf, können jedoch sein:
- Hüftdysplasie (selten),
- Schilddrüsenerkrankungen,
- altersbedingte Augenprobleme.
Durch seine ursprüngliche Zucht ist der Wolfsspitz insgesamt widerstandsfähig und gesund.
Für wen eignet sich der Wolfsspitz?
Der Wolfsspitz eignet sich besonders für:
- Familien mit engem Alltagskontakt zum Hund,
- Menschen, die einen wachsamen, aber freundlichen Hund suchen,
- Haushalte mit geregeltem Tagesablauf,
- Personen, die keinen extremen Sporthund möchten.
Weniger geeignet ist der Wolfsspitz für Menschen, die ihren Hund lange allein lassen oder kaum Zeit für gemeinsame Aktivitäten haben.
Der Wolfsspitz gilt als eine der ältesten durchgehend erhaltenen Hunderassen Europas und hat sich über Jahrtausende kaum verändert.