Bullmastiff
Der Bullmastiff ist ein großer, kraftvoller Hund mit ruhigem Wesen und ausgeprägtem Schutzinstinkt. Trotz seiner massiven Erscheinung gilt er als ausgeglichener, familienbezogener Begleiter, der bei konsequenter und verantwortungsvoller Führung sehr zuverlässig ist. Seine Stärke liegt weniger in Aktivität als in Präsenz, Gelassenheit und Wachsamkeit.
Ein Bullmastiff im Freien – kraftvoll, ruhig und aufmerksam im Auftreten.
Herkunft und Geschichte
Der Bullmastiff stammt aus Großbritannien und wurde im 19. Jahrhundert gezielt als Wachhund für große Anwesen gezüchtet. Ziel war es, einen Hund zu schaffen, der Wilderer aufspüren, stellen und festhalten konnte, ohne dabei übermäßig aggressiv zu sein.
Durch die Kreuzung von Englischer Bulldogge und Mastiff entstand ein Hund, der kraftvoll, mutig und gleichzeitig kontrollierbar war. Diese Eigenschaften prägen den Bullmastiff bis heute.
Charakter und Wesen
Bullmastiffs sind ruhig, selbstsicher und loyal. Sie beobachten ihre Umgebung aufmerksam und greifen nur dann ein, wenn sie eine reale Bedrohung wahrnehmen. Innerhalb der Familie zeigen sie sich anhänglich, geduldig und meist sehr ausgeglichen.
Typische Wesenszüge sind:
- hohe Gelassenheit im Alltag,
- starker Schutztrieb ohne übermäßiges Bellen,
- enge Bindung zur Familie,
- zurückhaltendes Verhalten gegenüber Fremden,
- hohe Sensibilität gegenüber Unsicherheit des Halters.
Rassemerkmale des Bullmastiffs
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Größe | Rüden 64–69 cm, Hündinnen 61–66 cm |
| Gewicht | 40–60 kg |
| Lebenserwartung | 8–11 Jahre |
| Fell | Kurz, dicht, pflegeleicht |
| Farben | Fawn, Rot, Gestromt (mit schwarzer Maske) |
Haltung und Beschäftigung
Der Bullmastiff ist kein Hund für intensive sportliche Aktivitäten. Er benötigt regelmäßige, ruhige Bewegung und klare Strukturen im Alltag. Geeignet sind:
- mehrere entspannte Spaziergänge täglich,
- Grundgehorsam und Alltagstraining,
- ruhige Nasenarbeit oder Suchspiele,
- kontrollierte Sozialkontakte.
Übermäßiger Sport oder hektische Beschäftigung sind für diese schwere Rasse ungeeignet und können die Gelenke belasten.
Erziehung und Führung
Die Erziehung eines Bullmastiffs erfordert Erfahrung, Ruhe und Konsequenz. Härte oder Druck führen nicht zum Ziel. Stattdessen reagiert diese Rasse besonders gut auf:
- klare, ruhige Führung,
- frühe und umfassende Sozialisation,
- konsequente Regeln ohne Aggression,
- vertrauensbasiertes Training.
Ein unsicher geführter Bullmastiff kann problematisch werden, da er Entscheidungen selbstständig trifft, wenn ihm Führung fehlt.
Pflege und Gesundheit
Das kurze Fell des Bullmastiffs ist pflegeleicht und benötigt nur gelegentliches Bürsten. Aufgrund der Körpermasse ist jedoch die allgemeine Gesundheit besonders zu beachten.
Rassetypisch können auftreten:
- Hüft- und Ellbogendysplasie,
- Herzprobleme,
- Magendrehung,
- Gelenkprobleme bei Übergewicht.
Eine kontrollierte Fütterung, langsames Wachstum im Junghundealter und regelmäßige tierärztliche Vorsorge sind entscheidend.
Für wen eignet sich der Bullmastiff?
Der Bullmastiff eignet sich besonders für:
- erfahrene Hundehalter,
- ruhige, strukturierte Haushalte,
- Menschen mit ausreichend Platz,
- Personen, die einen souveränen Wachhund suchen.
Weniger geeignet ist der Bullmastiff für Anfänger, sportlich ambitionierte Halter oder Haushalte mit sehr hektischem Alltag.
Der Bullmastiff wurde gezielt dafür gezüchtet, Eindringlinge lautlos zu stellen – deshalb gehört Bellen nicht zu seinen typischen Eigenschaften.