Hovawart
Der Hovawart ist ein großer, kräftiger Hund mit ausgeprägtem Schutztrieb und starker Bindung zu seiner Familie. Er gilt als selbstsicher, intelligent und nervenstark. Durch seine ursprüngliche Zucht als Hof- und Wachhund ist er aufmerksam und verantwortungsbewusst, benötigt jedoch eine klare, souveräne Führung und ausreichend Beschäftigung.
Ein Hovawart im Freien – wachsam, ruhig und mit ausgeprägter Präsenz.
Herkunft und Geschichte
Der Hovawart stammt aus Deutschland und zählt zu den alten europäischen Gebrauchshunderassen. Sein Name leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab und bedeutet sinngemäß „Hofwächter“. Bereits im Mittelalter wurden Hunde dieses Typs zum Bewachen von Höfen und Anwesen eingesetzt.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Hovawart gezielt rekonstruiert, nachdem der ursprüngliche Typ nahezu verschwunden war. Ziel war ein robuster, zuverlässiger Wach- und Familienhund mit ausgeglichenem Wesen.
Charakter und Wesen
Hovawarte sind selbstbewusst, loyal und aufmerksam. Sie treffen Entscheidungen eigenständig und zeigen ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl gegenüber ihrem Umfeld. Innerhalb der Familie sind sie anhänglich und freundlich, Fremden gegenüber meist reserviert.
Typische Wesenszüge sind:
- starker Schutz- und Wachinstinkt,
- hohe Nervensicherheit,
- enge Bindung an die Familie,
- eigenständiges Denken,
- geringe Unterordnungsbereitschaft ohne klare Führung.
Rassemerkmale des Hovawarts
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Größe | Rüden 63–70 cm, Hündinnen 58–65 cm |
| Gewicht | 30–45 kg |
| Lebenserwartung | 12–14 Jahre |
| Fell | Lang, leicht gewellt, dicht anliegend |
| Farben | Schwarz, Schwarzmarken, Blond |
Haltung und Beschäftigung
Der Hovawart benötigt regelmäßige körperliche Bewegung und geistige Auslastung. Er ist kein reiner Sporthund, braucht aber sinnvolle Aufgaben und einen strukturierten Alltag.
Geeignete Beschäftigungen sind:
- ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen,
- Nasenarbeit und Fährtentraining,
- Obedience oder Rally Obedience,
- kontrolliertes Wach- und Schutztraining (fachlich begleitet).
Unterforderung oder fehlende Führung können zu selbstständigem, unerwünschtem Verhalten führen.
Erziehung und Führung
Die Erziehung eines Hovawarts erfordert Erfahrung, Geduld und Konsequenz. Diese Rasse reagiert sensibel auf Unsicherheit und unklare Regeln.
Wichtig sind:
- ruhige, souveräne Führung,
- frühe und umfassende Sozialisierung,
- positive, strukturierte Trainingsmethoden,
- klare Grenzen ohne Härte.
Ein gut geführter Hovawart zeigt sich zuverlässig, ausgeglichen und kontrollierbar.
Pflege und Fellmanagement
Das lange Fell des Hovawarts ist relativ pflegeleicht, sollte aber regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Besonders hinter den Ohren und an der Rute kann sich Schmutz sammeln.
Zur Pflege gehören:
- gründliches Bürsten ein- bis zweimal pro Woche,
- Kontrolle von Ohren und Pfoten,
- regelmäßige Fellpflege während des Fellwechsels.
Gesundheit
Der Hovawart gilt als robuste und gesunde Rasse. Dennoch können rassetypisch auftreten:
- Hüftdysplasie,
- Schilddrüsenerkrankungen,
- altersbedingte Gelenkprobleme.
Seriöse Zucht, kontrollierte Bewegung im Wachstum und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend.
Für wen eignet sich der Hovawart?
Der Hovawart eignet sich besonders für:
- erfahrene Hundehalter,
- Menschen mit klarer Führungsstruktur,
- Haushalte mit ausreichend Platz,
- Personen, die einen wachsamen, loyalen Hund suchen.
Weniger geeignet ist der Hovawart für Anfänger oder für ein Leben ohne klare Aufgaben und Führung.
Der Hovawart trifft in vielen Situationen eigenständige Entscheidungen – genau diese Eigenschaft machte ihn schon im Mittelalter zu einem geschätzten Hofwächter.