Irischer Wolfshund
Der Irische Wolfshund ist eine der größten Hunderassen der Welt und beeindruckt durch seine stattliche Erscheinung ebenso wie durch sein sanftes, ausgeglichenes Wesen. Trotz seiner Größe gilt er als freundlich, ruhig und sehr menschenbezogen. Seine Haltung erfordert Platz, Umsicht und ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse sehr großer Hunde.
Ein Irischer Wolfshund im Freien – imposant, ruhig und von sanftem Charakter.
Herkunft und Geschichte
Der Irische Wolfshund stammt aus Irland und blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Bereits in der Antike wurden Hunde dieses Typs erwähnt und als Jagd- sowie Kriegshunde geschätzt. In Irland dienten sie vor allem der Jagd auf Wölfe und Großwild, was ihnen ihren Namen einbrachte.
Mit dem Verschwinden der Wölfe verlor die Rasse ihre ursprüngliche Aufgabe und war zeitweise vom Aussterben bedroht. Im 19. Jahrhundert wurde der Irische Wolfshund durch gezielte Zuchtprogramme wieder aufgebaut und als eigenständige Rasse etabliert.
Charakter und Wesen
Irische Wolfshunde sind ruhig, freundlich und ausgeglichen. Sie gelten als sehr sanft im Umgang mit Menschen und zeigen kaum Aggressionsverhalten. Trotz ihrer Größe sind sie sensibel und reagieren fein auf Stimmung und Tonfall.
Typische Wesenszüge sind:
- sehr hohe Gelassenheit im Alltag,
- freundliches Verhalten gegenüber Menschen,
- moderater Wachinstinkt,
- starke Bindung zur Familie,
- zurückhaltendes, würdevolles Auftreten.
Rassemerkmale des Irischen Wolfshundes
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Größe | Rüden mindestens 79 cm, Hündinnen mindestens 71 cm |
| Gewicht | 40–55 kg (teils auch darüber) |
| Lebenserwartung | 6–9 Jahre |
| Fell | Rau, drahtig, mittellang |
| Farben | Grau, gestromt, rot, schwarz, weiß, rehfarben |
Haltung und Beschäftigung
Der Irische Wolfshund ist kein Hund für beengte Wohnverhältnisse. Er benötigt ausreichend Platz, ruhige Umgebung und regelmäßige, aber moderate Bewegung. Übermäßiger Sport oder hektische Aktivitäten sind ungeeignet.
Geeignete Aktivitäten sind:
- ruhige, ausgedehnte Spaziergänge,
- leichte Bewegung ohne Sprünge,
- kontrollierter Freilauf in sicherem Gelände,
- ruhige Nasenarbeit in angepasster Form.
Besonders im Wachstum ist auf gelenkschonende Bewegung zu achten.
Erziehung und Umgang
Die Erziehung des Irischen Wolfshundes sollte ruhig, konsequent und freundlich erfolgen. Aufgrund seiner Größe ist gutes Benehmen im Alltag besonders wichtig, da unkontrolliertes Verhalten schnell gefährlich werden kann.
Bewährt haben sich:
- frühe Sozialisierung,
- klare Regeln ohne Härte,
- ruhige, positive Trainingsmethoden,
- kontrollierter Umgang mit Umweltreizen.
Pflege und Fellmanagement
Das raue Fell des Irischen Wolfshundes ist pflegeleicht, sollte jedoch regelmäßig gebürstet werden. Gelegentliches Trimmen kann sinnvoll sein, um abgestorbene Haare zu entfernen.
Zur Pflege gehören:
- gründliches Bürsten ein- bis zweimal pro Woche,
- Kontrolle von Ohren, Augen und Krallen,
- angepasste Liegeflächen zur Schonung der Gelenke.
Gesundheit
Der Irische Wolfshund ist leider für einige gesundheitliche Probleme anfällig, insbesondere aufgrund seiner Größe. Dazu gehören:
- Herzerkrankungen (z. B. dilatative Kardiomyopathie),
- Knochen- und Gelenkerkrankungen,
- Magendrehung,
- vergleichsweise geringe Lebenserwartung.
Regelmäßige tierärztliche Kontrollen und eine angepasste Haltung sind besonders wichtig.
Für wen eignet sich der Irische Wolfshund?
Der Irische Wolfshund eignet sich besonders für:
- ruhige, erfahrene Hundehalter,
- Menschen mit viel Platz und Zeit,
- Haushalte ohne hektischen Alltag,
- Personen, die einen sanften, würdevollen Hund suchen.
Weniger geeignet ist der Irische Wolfshund für sportlich ambitionierte Halter oder für beengte Wohnverhältnisse.
Der Irische Wolfshund gilt als die größte anerkannte Hunderasse der Welt und wurde früher als „Hund der Könige“ bezeichnet.